Abschlusserklärung
Stop the Wall in Palestine
Internationale Konferenz für einen gerechten Frieden in Palästina und
Israel
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Samstag, 5. Juni 2004, Alte Feuerwache, Köln
Vor genau 37 Jahren begann der "6-Tage"-Krieg und damit die
Besetzung des Westjordan-Landes und des Gaza-Streifens durch die israelische
Armee. Heute, an diesem Jahrestag erklären die VeranstalterInnen der
Konferenz "Stop the Wall - Für einen gerechten Frieden in Palästina
und Israel" angesichts der dramatischen Lage im israelisch-palästinensischen
Konflikt:
Der derzeitige Bau eines "Trennungszauns" auf palästinensischem
Gebiet durch die israelische Regierung muss unverzüglich gestoppt werden!
Diese Anlage wird mit guten Gründen von vielen Menschen in Palästina
und Israel "Apartheidmauer" genannt. Sie bringt bereits jetzt
eine unerträgliche Verschärfung der Lebensbedingungen für die palästinensische
Bevölkerung mit sich. Feindschaft und Gewalt zwischen Teilen der jüdisch-israelischen
und der arabisch-palästinensischen Bevölkerung werden weiter zugespitzt.
Wir fordern von der israelischen Regierung, die völkerrechtswidrig schon
errichteten Mauer- und Zaunabschnitte unverzüglich wieder abzureißen,
hierfür konfisziertes Land an seine palästinensischen Eigentümer zurückzugeben
und für die angerichteten Zerstörungen angemessenen Schadensersatz zu
leisten.
Wir wenden uns gegen die strukturelle und militärische Gewalt von Mauerbau
und Okkupation und ebenso gegen verbrecherische Angriffe auf Zivilisten
beider Seiten. Wir appellieren an die israelische wie an die palästinensische
Seite, die bewaffnete Konfrontation zugunsten eines Prozesses der zivilen,
gewaltlosen Konfliktbearbeitung zu überwinden. Damit dies gelingen kann,
ist eine starke und aktive internationale Bewegung unverzichtbar, die
die legitimen Rechte der palästinensischen Bevölkerung anerkennt und
unterstützt:
- Die Palästinenserinnen und Palästinenser haben - ebenso wie Israel
in den Grenzen bis 1967 - das Recht, auf dem gesamten Gebiet der Westbank
und des Gaza-Streifens ihren souveränen Staat aufzubauen, und das Recht
auf Rückkehr in ihre Heimat.
- Die europäischen Regierungen müssen konsequent für Menschen- und
Völkerrecht in der Nahost-Region eintreten: Der skandalöse Waffenhandel
in diese Krisen- und Kriegsregion muss unverzüglich und vollständig
eingestellt werden. Waren aus den völkerrechtswidrigen Siedlungen in
Gaza und Westbank müssen von allen Zollpräferenzen der EU ausgenommen
werden. Die Produkte sind auch für die Konsumenten eindeutig zu kennzeichnen,
so dass diese entscheiden können, ob sie Waren aus diesen Siedlungen
kaufen wollen.
- Die EU muss außerdem ihre eigenen Regeln ernst nehmen und von der
israelischen Regierung die Respektierung der Menschenrechte als Voraussetzung
für die Fortsetzung des Assoziationsabkommens einfordern, entsprechend
der Resolution des Europäischen Parlaments vom 10. April 2002.*
Als Initiativen der Friedens- und Solidaritätsbewegung in Deutschland
und Europa wollen wir unsere Beziehungen zu den Menschen in beiden Gesellschaften
festigen. Wir werden die bestehenden Kontakte und die solidarische Unterstützung
ausbauen, sowohl zu den von Mauerbau und Okkupation Betroffenen in Palästina
und ihren Organisationen, als auch zu allen israelischen Gruppen und
BürgerInnen, die Sicherheit und eine menschliche Zukunft auch für die
israelische Bevölkerung nicht durch immer mehr militärische Gewalt und
Unterdrückung erreichen wollen, sondern durch gemeinsame Arbeit und sozialen
Kampf für ein gleichberechtigtes Zusammenleben.
Wir treten ein für die universelle Gültigkeit von Menschen- und Völkerrechten.
Deswegen wenden wir uns hier in Deutschland und Europa ebenso wie in
Israel-Palästina gegen Antisemitismus, Judenhass, Islamophobie und Araber-Feindlichkeit.
An Stelle des "Zusammenpralls der Zivilisationen" wollen wir
deren wechselseitige Akzeptanz und konstruktiven Dialog voranbringen.
Mit unserer heutigen Konferenz haben wir dazu einen Beitrag geleistet.
*Entschließung des Europäischen Parlaments zum Nahen Osten, vom
10.4.02: "Das Europäische Parlament ... fordert
die Kommission und den Rat in diesem Sinne auf, zu prüfen, wie sie
sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, einschließlich der
Aussetzung des Europa-Mittelmeer-Assoziationsabkommens zwischen der
EU und Israel, am besten einsetzen können; ..."
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